
Demo zum Tag gegen Abschiebehaft am 30.08.2026 | Demonstration Against Deportation Detention 30th August 2026

Die Soligruppe INGA ruft am 30.08.2026 um 16 Uhr zur Demonstration gegen das Abschiebegefängnis in Ingelheim und alle Abschiebegefängnisse auf! Abschiebehaft bedeutet Freiheitsentzug von geflüchteten Menschen ohne Vorwarnung und meist ohne rechtliche Unterstützung. Wir fordern das Ende dieser Entrechtungs-, Isolierungs- und Abschottungspolitik und damit die ersatzlose Streichung jeder Abschiebehaft! Für eine solidarische Gesellschaft ohne Abschiebung und Abschottung gehen wir auf die Straße! Mit Unterstützung von OAT Bingelheim, Mainzer Flüchtlingsrat, No Borders No Nations, In-Rage, Flüchtlingsrat RLP, Project Shelter, OAT Alzey, Seebrücke Mainz, Solidarisches Hanau, Medinetz Mainz und Antirassistische Gruppe Manz.
The solidarity group INGA is calling for a demonstration on August 30, 2026, at 4:00 p.m. against the deportation detention in Ingelheim and all deportation detention! Deportation detention means the deprivation of liberty of refugees without warning and, in most cases, without legal representation. We demand an end to this policy of disenfranchisement, isolation, and segregation — and thus the complete abolition of all deportation detention! We’re taking to the streets for a society based on solidarity, free from deportation and segregation! With support of OAT Bingelheim, Mainzer Flüchtlingsrat, No Borders No Nations, In-Rage, Flüchtlingsrat RLP, Project Shelter, OAT Alzey, Seebrücke Mainz, Solidarisches Hanau, Medinetz Mainz und Antirassistische Gruppe Manz.
Pressemitteilung Hungerstreik in Ingelheim
Ingelheim. Aufgrund unzumutbarer Haftbedingungen sind zwei Inhaftierte der Gewahrsamseinrichtung für Ausreisepflichtige Ingelheim am 09.06.2026 in einen Hungerstreik getreten. In der Folge des Hungerstreiks, der über einen Zeitraum von zwei Wochen ausgeübt wurde, berichten die Inhaftierten im Gespräch von Misshandlungen und Beleidigungen durch das Personal. Mohammed berichtet von seinen Erfahrungen: Gemeinsam mit einem anderen Inhaftierten wollte der 32-Jährige friedlich gegen die Haftbedingungen in der Gewahrsamseinrichtung protestieren. Beide Hungerstreikenden verweigerten zwei Wochen lang die Nahrung. Im Rahmen einer ärztlichen Untersuchung aufgrund des Hungerstreiks wurden Mohammed und Aziz (Name geändert) unter physischem Zwang Maßnahmen unterzogen, bei denen der körperliche Zustand kontrolliert werden sollte. Mohammed lehnte die Durchführung der Kontrollen ab. Als Konsequenz wurden ihm persönlichen Gegenstände weggenommen. „Ich habe hier drin viel Gewalt erlebt“, berichtet er. Mohammed kam mit einem frisch operierten Handgelenk ins Abschiebegewahrsam, jedoch wurde ihm die nötige ärztliche und medikamentöse Behandlung, wie Schmerzmittel und ein regelmäßiger Verbandswechsel, verweigert. Auch bei der entstandenen Entzündung gab es trotz wiederholter Nachfrage keinen Zugang zu Antibiotika, so Mohammed. Ziel des Hungerstreiks war es laut Mohammed, die nötige medizinische Versorgung von der Institution einzufordern. Da der Hungerstreik auch nach zwei Wochen unerfolgreich blieb und nicht auf die Forderungen eingegangen wurde, entschied sich Mohammed den Streik abzubrechen. Die erste Mahlzeit bestand aus Brot, entgegen gängigen medizinischen Ernährungsempfehlungen, einen Körper nach längerer Hungerepisode zunächst mit schonender leichter Kost zu versorgen. Nach eigener Aussage befand sich Mohammed seit seiner Inhaftierung am 26.05.2026 bis zu seiner Abschiebung nach Marokko (vermutlich am 08.07.2026) in Isolationshaft.
Die Gewahrsamseinrichtung im Ingelheimer Industriegebiet soll der Erleichterung von Abschiebungen dienen und hat Kapazität für 40 Personen. Ausreisepflichtige werden bis zu ihrer Abschiebung dort in Haft genommen, wenn eine Gefahr des Untertauchens angenommen wird. Ehrenamtliche Vereine kritisieren diese Praxis jedoch scharf. “Oft wird auf dünnen Behauptungen die Gefahr eines Untertauchens konstruiert, um dann Menschen teils monatelang unter unmenschlichen Bedingungen zu inhaftieren”, kritisiert eine Sprecherin der Gruppe INGA, die sich für die Inhaftierten einsetzt. Gesetzlich besteht das Gebot, die Abschiebehaft so kurz wie möglich zu halten. Oft fehlt bei Haftantritt jedoch ein genaues Ausreisedatum oder dieses wird immer weiter nach hinten geschoben. Erfahrene Anwälte wie Peter Fahlbusch stellen bei der Hälfte der Haftanträge Fehler fest, die die Haft rechtswidrig machen. Auch die Haftbedingungen vor Ort sind immer wieder Gegenstand von Kritik. So bemängelte die Nationale Stelle zur Verhütung von Folter bereits 2019 im Ingelheimer Abschiebegefängnis fehlende Beschäftigungsmöglichkeiten, knappe Nahrungsversorgung und eine kahle Zellenausstattung mit lediglich einer Matratze und wenig Tageslicht.
Für die Häftlinge des Ingelheimer Abschiebegefängnisses wird die lange Inhaftierung ohne Beschäftigung zur Qual. „Hier gibt es nichts zu tun und manchmal können wir nur eine Stunde am Tag in den Hof“, berichtet Mohammed. Mit ihrem friedlichen Hungerstreik wollten er und Aziz gegen die Situation protestieren. Aziz kommt wie Mohammed aus Marokko und kritisiert die Unverhältnismäßigkeit seiner Inhaftierung. Er wurde bereits Anfang Mai nach Ingelheim gebracht und soll dort vier Monate auf seine Abschiebung warten. „Wenn Deutschland will, dass ich gehe, dann ist das okay für mich, ich gehe. Ich wusste das vorher nicht, dass ich nicht hier sein darf. Ich gehe freiwillig, aber sie lassen mich nicht“, erzählt Aziz.
Einen Anwalt, der ihre Interessen vertreten könnte, haben beide nicht. Vor kurzem wurden mit einer Gesetzesänderung Pflichtanwälte in der Abschiebehaft abgeschafft. ¹ Einen Anwalt selbst zu bezahlen, können sich die meisten Inhaftierten im Abschiebegefängnis nicht leisten. Dadurch ist es den Inhaftierten kaum möglich, die Isolation zu überwinden und sich für ihre Belange einzusetzen.
¹ § 62d AufenthG; https://www.proasyl.de/news/abschiebungshaft-regierung-will-pflichtanwaltliche-vertretung-wieder-abschaffen-
Link zum Bericht der Nationalen Stelle zur Verhütung von Folter:
https://www.nationale-stelle.de/fileadmin/dateiablage/Dokumente/Berichte/Besuchsberichte/20191128_-_Gewahrsamseinrichtung_fuer_Ausreisepflichtige/20191128_-_Bericht_GfA_Ingelheim_web.pdf
Programm Sommerfest Soligruppe INGA / Summer Party programme
Die SOLIGRUPPE INGA veranstaltet nächsten Samstag ab 14 Uhr ein Soli-Sommerfest im Haus Mainusch! Euch erwarten Küfa, Infostände, Vortrag&Diskussion, Tombola, Siebdruck, Konzerte und ab 22 Uhr auch DJs! Kommt früh und bleibt lange!
GEMEINSAM GEGEN ABSCHIEBEHAFT.
Next saturday SOLIGROUP INGA’s Solidarity Summerparty will take place at Haus Mainusch, starting at 2pm. There will be lectures, Food, Tombola, Panel Discussion, Screen Printing, Concerts and DJs starting at 10pm. Come early, stay late!
TOGETHER AGAINST DEPORTATION DETENTION



Sommerfest der Soligruppe INGA / Summer party of Soligroup INGA

Wir veranstalten am 13.06.2026 ab 14 Uhr ein Soli-Sommerfest im Haus Mainusch! Euch erwartet Küfa, Infostände, Vortrag&Diskussion, Tombola, Siebdruck, Konzerte und ab 22 Uhr auch DJs!💜🥳 Kommt früh und bleibt lange! GEMEINSAM GEGEN ABSCHIEBEHAFT. ✊Mehr Infos werden bald folgen!
At 13th of June our Solidarity Summerparty will take place at Haus Mainusch in Mainz, starting at 2pm. There will be lectures, Food, Tombola, Panel Discussion, Screen Printing, Concerts and DJs starting at 10pm. Come early, stay late!💜 TOGETHER AGAINST DEPORTATION DETENTION✊ More informationen comming soon.
Abschiebehaft abschaffen? Ein kritischer Vortrag der Soligruppe INGA

Abolish Deportation Detention? A Critical Talk by the INGA Solidarity Group
An interactive and practical talk by the INGA Solidarity Group on the topic of deportation detention. The INGA Solidarity Group is a political group from Mainz that focuses on the issue of deportation detention and supports and accompanies detained individuals. Come by to gain insight into the topic and political activism.
Universität Mainz, ReWi II, Jakob-Welder-Weg 4, Mainz
Room 00 241 HS IV, ReWi II
April 22, 2022, 7:00 PM
Internationales Abendessen zum Tag der Menschenrechte

✨ SAVE THE DATE! ✨
Am 10. Dezember feiern wir gemeinsam den Tag der Menschenrechte mit unserem Internationalen Abendessen! 🌍💛
📍 Haus der Jugend, Mainz
🕕 18–22 Uhr
🍲 Internationales Essen, Punsch & Glühwein
🎶 Live-Musik von ST/TCHES
🗣️ Input & Ausstellung zu „Vergessenen Krisen“ – u.a. Venezuela, Sudan & Kongo
📝 Briefmarathon 2025 – 9 Länder, 9 Einzelfälle
🤝 Viele Hochschulgruppen mit spannenden Infoständen
Kommt vorbei, bringt Freund*innen mit und setzt gemeinsam mit uns ein Zeichen für Menschenrechte weltweit! ✊🌐
Jenseits der Aufregung.Mythen und Fakten zu Flucht und Migration – mit Gian Mecheril und der Soligruppe INGA

Veranstaltung am 19.11.2025 im ZMO Mainz e.V. (Karl-Zörgiebel-Str. 2/55128 Mainz) um 19:00
Migration ist eines der Reizthemen unserer Zeit. Während Nationalismus und Rassismus erstarken, wird Fluchtmigration als Ursache zahlreicher gesellschaftlicher Probleme und Krisen dargestellt. Begriffe wie „irreguläre Migration“ verschieben die Grenzen des Sagbaren – bis in die Mitte der Politik. Dabei geraten Menschenrechte, solidarische Lösungen und die Realität unserer Einwanderungsgesellschaft aus dem Blick.
Doch was ist dran an den gängigen Erzählungen über Migration? Welche Ängste und Erfahrungen stehen dahinter – und welche politischen Interessen? Wie können die Krisen von Sozialstaat, Wohnungsmarkt und kommunaler Daseinsvorsorge wirklich bewältigt werden?
In der neuen Broschüre „Jenseits der Aufregung – Mythen und Fakten zu Flucht und Migration“ werden weitverbreiteten Vorurteilen faktenbasierte Argumente entgegengesetzt. Im Gespräch mit Gian Mecheril, dem Autor der Broschüre, diskutieren wir, wie progressive Antworten auf migrationspolitische Herausforderungen aussehen – und wie rechte Mythen entkräftet werden können.
Mit der Soligruppe INGA sitzt zudem eine Vertreter:in einer lokalen Initiative auf unserem Podium. INGA ist eine initiative aus Mainz, die sich gegen Abschiebungen, gegen das Gefängnissystem und ganz konkret gegen den Abschiebeknast in Ingelheim einsetzt.
Gian Mecheril ist Autor der Broschüre »Jenseits der Aufregung – Mythen und Fakten zu Flucht und Migration« https://www.rosalux.de/publikation/id/53486
Rückblick Demo 30.08.2025 / Review Demo 30th August 2025
Am 30.08.2025 war Tag gegen Abschiebehaft und der Tag zum Gedenken der Verstorbenen in Abschiebehaft und durch Abschiebungen. Mit über 70 Personen waren wir in Ingelheim und sind im Demozug vom Stadtzentrum zum Abschiebegefängnis gelaufen. Wir waren in Trauer und in Andacht an die Verstorbenen. Und wir waren kämpferisch und laut. Wir haben gezeigt, dass wir uns der rassistischen und menschenunwürdigen Inhaftierungs- und Abschiebepraxis entgegenstellen! Wir bleiben solidarisch mit allen Betroffenen. Danke an alle, die da waren.
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August 30, 2025, was the Day Against Deportation Detention and the Day of Remembrance for those who died in deportation detention and as a result of deportation. More than 70 of us gathered in Ingelheim and marched from the city center to the deportation detention center. We were in mourning and in reverence for the deceased. And we were combative and loud. We showed that we oppose racist and inhumane detention and deportation practices! We remain in solidarity with all those affected. Thank you to everyone who was there.






